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Siedler-Selbstbau-Box
Die Siedler von Catan! Eines meiner Lieblingsspiele! Und zum Glück auch das meiner Freunde. Vor ca. zwei Jahren habe ich das komplette Set geschenkt bekommen, bestehend aus dem Basis-Spiel, der "Seefahrer"- und der "Städte und Ritter"-Erweiterung sowie den jeweiligen 5-6-Spieler-Erweiterungen. Damit lässt sich dann einiges anfangen und für drei bis vier echte Siedlerfreaks ist das komplette Spielfeld grade große genug. Leider kommt aber jede Erweiterung mit einer eigenen Schachtel daher und so muss man jedes mal drei große Pappschachteln durch die Gegend schleppen, immer in der Angst, dass eine umkippen und aufgehen könnte.
Eine Box muss her!
Was lag also näher, als alles zusammen in ein Box zu tun? Nun, zuerst einmal sprach dagegen, dass dann alles vollkommen durcheinander gewesen wäre und man bei jedem mal Aufbauen sich erst die benötigten Teile hätte zusammen suchen müssen. Und alles ordentlich getrennt nebeneinander zu legen war auch schwer möglich, denn die Hexagonfelder verwehren sich jeglicher platzsparender Aufbewahrung. Zumindest wenn sie flach gestapelt werden.
Der Aufbau
Aber wenn man die Hex-Felder aufrecht nebeneinander hinstellt, dann nehmen sie nicht ganz so viel Platz ein, ragen aber über den Rand der Siedler-Schachtel hinaus. Daher musste eine stabile Lösung dafür sorgen, dass einerseits der Deckel hält und andererseits die Hex-Felder nicht die Belastung tragen, wenn man etwas von oben auf die Box stellt. Um alles flexibel zu machen und um die Original-Schachtel nicht zu verkleben, habe ich mich dann entschlossen, alles in einzelne Boxen zu verpacken. Dadurch ist es auch leichter "ins Blaue hinein" ohne große Planung zu bauen und basteln, denn wenn etwas nicht passt, muss man nur dieses Teil neu bauen. Also los!
Die Innen-Maße (alles in cm) des Schachtelunterteils sind knapp 29,0 x 29,0 also lieber mit 28,5 x 28,5 rechnen. Der Rand ist 7,0 hoch, die Hex-Felder 8,0 breit. Fast alle Rahmenteile sind aufrecht stehend nicht höher als die Hex-Felder, nur die beiden Seefahrer-Eckstücke mit den Schiff-Baukosten drauf müssen irgendwie liegend untergebracht werden.
Die Rohstoff-Karten sollten alle im mitgelieferten Kartenständer bleiben. Die Städteausbau-Tableaus der neuen Siedlerversion sind meiner Ansicht nach unbrauchbar, daher habe ich im Catan-Shop sechs Ausbaublocks der alten Version gekauft. Hier sind die Ausbaustufen als eine Art Spiralblock gebunden und man benötigt nicht immer eine vollkommen glatte Fläche, wie es für die Tableaus nötig ist. Auch die Ausbaukalender passen aufrecht in die Schachtel. Wenn mann sie gegenseitig versetzt zusammenlegt nehmen sie auch in der Breite nicht zuviel Platz weg und können zusammen mit den Rahmenteilen untergebracht werden.
Die Spielsteine sollten farblich getrennt sein, eine Trennung nach Zugehörigkeit zu den Erweiterungen erschien mir zu umständlich. Zuletzt fehlt noch eine Box für die restlichen Spielfiguren, die Zahlen-Chips, die Häfen, die Würfel und die "Retter Catans"-Karten.
Box für Box
Zuerst war es wichtig, ein geeignetes Material zu finden, welches einerseits stabil, andererseits leicht zu berarbeit ist. Zum Glück konnte ich noch ein paar alte, großformatige Kalender aufteiben deren Rückseite aus äußerst stabiler, 1 mm dicker Pappe bestand. Mit einem scharfen Messer kann man die sehr gut schneiden. Wenn man eine Seite nur leicht einritzt kann man sie auch gut falten.
Als erstes habe ich mit den Boxen für die Spielfiguren angefangen, die ich aus 22,5 x 22,5 großen Karton-Vierecken hergestellt habe. Die Grundfläche für den Boden ist 6,5 x 6,5, die Seitenwände sind 8,0 hoch. An jeweils einer Kante der Seitenwände bleiben dann noch 2,0 breite Laschen. Mit einem scharfen (!) Messer und einem Stahllineal habe ich dieses kreuzförmige Gebilde ausgeschnitten und dann, wie oben schon geschrieben. den Faltkanten nach eingeritzt. Zum Verkleben muss dann eine guter Bastelkleber her, mit viel Druck und etwas Gedult wird die Verbindung bombenfest. Sechs Stück dieser Boxen füllen den verfügbaren Raum schon mal etwas.
Jetzt kommt die Schachtel für die Hex-Felder dran. Sie hat eine Grundfläche von 10,5 auf 9,5 und ist auch wieder 8,0 hoch. Natürlich muss auch hier wieder die Laschen an den Seitenwänden gedacht werden. Im Inneren der Box sind bei mir Trenner aus dünner Pappe abgebracht, damit die einzelnen Felder getrennt werden können und man nicht immer die gerade benötigten aussortieren muss. Die Trenner sind einfach viereckige Pappen im Format 8,0 x 11,5. Zuerst die Box mit den Hex-Feldern füllen und an den Rand Markierungen machen, wo getrennt werden muss. Dann einfach nach Augenmaß die Laschen vorknicken und mit Kleber in die Schachtel drücken. Auf der Außenseite der Box habe ich dann noch Symbole angebracht, welches Feld wo hin gehört. So kann man ohne Probleme schnell ein einfaches Basis-Siedler aufbauen, ohne erst lange sortieren zu müssen.
Die große Box für die restlichen Figuren und Zahlen-Chips etc. ist etwas komplizierter zu bauen, denn sie benötigt einige Unterteilungen. Nach einigem Probieren bin ich zu dem Schluss gekommen, sie zweistöckig zu bauen um so den Platz besser nutzen zu können. So entstand zuerst die große äußere Box, die genau den restlichen Platz zwischen den Spielfigur-Boxen und der Schachtelwand füllt. Die Grundfläche ist 8,0 x 13,0, die Seitenwand wieder 8,0 hoch. Im Inneren wird der Raum durch zwei miteinander verschränkte, 4,0 hohe Papptrenner in vier Fächer geteilt. Wichtig dabei ist, dass die Trenner erstens unten zum Boden hin dicht abschließen, damit kein Chip drunter durch rutschen kann und zweitens, dass die Trenner nach oben in gleicher Höhe abschließen, um dem Einsatz eine sichere Auflage zu bieten. In ein Fach habe ich noch schräg eine Pappe eingehängt, auf der die "Retter Catans"-Karten liegen. Nur schräg passen sie in das Fach und man kann sie so leichter entnehmen. In die anderen drei Fächer kommen die Siegpunkte-Chips, die Häfen (aufrecht stehend) und die Zubehör-Teile zu "Städte und Ritter", also Barbarenschiff, Händler und die zwei Würfel.
Der Einsatz muss dann an die Box angepasst werden. Zum einen müssen die Klebelaschen der Box berücksichtigt werden, zum anderen die Wandstärke des Einsatzes. Nach einigem Probieren und einigen Fehlversuchen bin ich bei mir auf eine Grundfläche von 7,7 x 12,5 gekommen. Damit passt der Einsatz recht genau und verschließt gleichzeitig die unteren Fächer sehr gut, da er sich leicht verkantet. Die Wände sind 3,5 hoch, ich musste sie aber mehrmals anpassen. Der Einsatz ist sowieso leichter durch Ausprobieren zu bauen, als durch Planung. Auch hier kommen wieder Trenner rein, die auch wieder dicht nach unten sein müssen und nach oben mit der Wand bündig abschließen sollten. Denn nur dann liegt die Spielanleitung plan oben auf und verschließt die Fächer damit sicher. In die Fächer kommen jeweils die Zahlenchips von Basis-Spiel, Basis-5-6-Spieler-Erweiterung und Seefahrer und die Zuberhörteile (zwei Würfel, Räuber und Seeräuber).
Das meiste ist jetzt fertig. Die Spielfigurenbox kommen in zwei Reihen auf die eine Seite der Box, die Zubehörbox in den Freiraum daneben. Auf die andere Seite kommen die Hex-Felder-Box und die gestapelten Kartenständer. Daneben bleibt jetzt noch ein kleiner Spalt von ca. 1,5 der ausgefüllt werden muss, das sonst nicht alle vier Ecken des Deckels abgestützt sind und die Schachtel damit zu leicht auf geht. Eine sehr schmale Box mit 9,5 x 1,0 Grundfläche und 8,0 hohen Wänden erfüllt diesen Zweck, aber leider nur diesen. Sonst ist sie sinnlos, man kann nichts darin aufbewahren. Daher steht sie bei mir auch immer umgedreht.
Nun verbleibt noch ein breiter Streifen in der Mitte. Hier kommen die Rahmenteile und die Städteblocks hin. Sie könnten natürlich einfach so hingestellt werden, aber wenn man schon mal beim Kleben ist, macht man sich gleich eine letzte Box mit der Grundflächer 28,0 x 5,0 und 4,0 hohen Seitenwänden. Jetzt werden die Blocks und die Rahmenteile durch die Wände auch etwas zusammen gedrückt und fallen nicht mehr so wild durcheinander.
Die Baukostenkarten, die zwei Bounspunktekarten und die Seefahrer-Ecken kommen oben auf die Rohstoffkarten drauf, mit etwas Drehen findet sich eine passende Ausrichtung. Über alles kommen dann noch die Anleitungen, die dann alle Boxen halbwegs dicht abschließen. Wenn man jetzt den Deckel zu macht, sieht man, dass er ca. einen Zentimeter höher steht, dennoch hält er noch ordentlich fest.
Fertig!
Jetzt ist alles sicher verstaut, ich muss nur noch eine einzige Box transportieren und, dank einiger Labels, die die Fächer beschriften, findet alles seinen Ort, auch wenn ich mein pedantisches Auge nicht drauf habe.
Zum Schluss sein noch erwähnt, dass es auch einen Holzkoffer zu kaufen gibt, der zu den drei Erweiterungen plus 5-6-Spieler-Erweiterungen auch noch ein Szenario aufnimmt. Der ist aber leider recht teuer und bringt keinen Bastelspaß.
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